An den Yorckbrücken, auf der Schöneberger Seite in der Mansteinstrasse, konnte man im Ex’n’Pop wunderbare Nächte erleben. Bei aussergewöhnlicher Musik oder schlafend am Tresen, herausgeschmissen wurde man nie. Auch nicht von Blixa Bargeld, der am Anfang mal den Türsteher mimte. Das war allerdings noch zu Zeiten, als Schöneberg nicht von CDU wählenden Schwulen und Eigentumswohnungsraten abbezahlenden Grünen Anhängern bevölkert wurde. Schöneberg war damals alles andere als bürgerlich, es war richtig abgefuckt.

Irgendwann beerbte das Ex’n’Pop dann die Räume des KOB in der Potse. Dort stehen zwar immer noch Nutten rum, doch die Gegend ist inzwischen voller Galerien und entsprechend im Umbruch. Das Ex’n’Pop ist zusammen mit dem Kumpelnest3000 eines der letzten Reservate gediegenen Saufens und natürlich der Musik. Es ist nach wie vor ein Berliner Fluchtort für Künstler und Nachtmenschen. Es geht streng und dennoch herzlich zu, man wird in Ruhe gelassen und kommt vielleicht gerade deshalb leicht ins Gespräch.

Jetzt wird diese Institution 30, und Christiane Ebel, die Chefin des Ladens, und Ilia Castellanos beschlossen bereits im Mai, diese alte und stolze Westberliner Lokalität gebührend zu feiern. Dabei steht kein nostalgisches Programm an, sondern eine natürliche Mischung von Literatur, Kino, Konzerten, Partys und Performances.

Zunächst wurden die Programm-Heads gewonnen: Claudius Hagemeister für die Literatur, Uli M Schüppel für die Kinoreihe und Anja Ibsch für die Performance-Abende. Da Musik im Ex’n’Pop schon immer das übergreifende und verbindende Element ist, wurde mit MDK (Mekanïk Destruktïw Kommandöh), Wolfgang Müller (Die Tödliche Doris), Christoph Dreher (Die Haut) und Dr. Motte (Praxxiz) sehr schnell der eigene Anspruch geklärt.

Doch nicht alle können dabei sein, denn ihr Terminkalender war bereits zu voll: Harry Hass, Blixa Bargeld, Sven Regner oder Gudrun Gut schafften es leider nicht, das Programm im Oktober zu bereichern. Vielleicht werden sie aber am Tresen stehen und alte Rituale pflegen.

Das komplette Jubiläumsprogramm läuft übrigens auf Spendenbasis ab, da ein so kleiner Laden wie das Ex’n’Pop etwa mit Westbam gar nicht erst über eine Gage verhandeln kann. Er ist da, er legt auf, ganz einfach weil er mit dem Ex’n’Pop beste Erinnerungen verbindet.

Freitag, 10. Oktober ab 21:00:
2. Futurologischer Kongress & Party: Dr. Motte’s Euphorhythm / Dr Walker – Asbest / Praxxiz – Space Teddy / Liquid Sky Berlin / Ed2000 – Dangerous Drums

Samstag, 11. Oktober ab 21:00:
Konzert: MDK – Mekanik Destrüktiw Kommandöh

 

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30 Jahre Ex’n’Pop
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