Alte Polaroids, wie bereits beschrieben, sind als Hüter der heiligen Erinnerung unschätzbar wertvoll. Plätze, an denen man normalerweise achtlos vorbeigeht, enthüllen ihre wechselvolle Geschichte. Gebäude tauchen wieder auf, die eigentlich dem kollektiven Vergessen übergeben werden sollten. So wie Erichs Lampenladen, der einer grossen Brache mitten in der Stadt gewichen ist, auf der irgandwann einmal das Schloss als Reminiszenz an die preussische Monarchie widererstehen soll. Damals, zu Mauerzeiten also, wirkt der Palast wie ein modernes Einkaufszentrum ohne Waren, seltsam aus der Zeit gefallen und heute völlig unwirklich. Doch damals war dieser Ort das kulturelle Zentrum der DDR, als Konzertraum selbst für Punk interessant.

Als Hintergrundmusik empfehle ich heute übrigens Polaroid. Auch dort geht es um Fotos, doch der Beat ist es, der mich ganz wuschig macht. Genau wie dieser endlose Winter, der sich als langanhaltendes Grau verkleidet hat und der Monotonie frönt. Immerhin passt dazu alles ganz gut: Der leicht leiernde SpielzeugMusicTrack, die verwaschenen Farben des Polaroids, das Touristen auf grünem Rasen vor dem Palast der Republik zeigt und zumindest eine Ahnung von Wärme vermittelt, der spiessige Muff im ehemaligen Palast der Republik. Und die weite zugige Fläche, die heute an dieser Stelle liegt und auf eine neue Bestimmung wartet. Es kann nur besser werden, aber das dachte man in Schönefeld auch und ist grandios auf die Fresse gefallen. Mal sehen was in der Mitte der Stadt noch so alles geschieht.

 

Empfehlen Sie Berlin Kicks weiter:

Die Macht der Bilder
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmailFacebooktwittergoogle_pluslinkedinmail
Markiert in:            
Follow

Get every new post on this blog delivered to your Inbox.

Join other followers: