Es ist heiss, die Sonne knallt, doch im Park des Hauses am Waldsee ist es schattig und angenehm kühl. Der Blick über den See ist bezaubernd, Neid auf die auf einer Luftmatratze im Wasser driftenden Blondine macht sich breit. Doch nicht das Baden, sondern die Kunst im Rahmen der Biennale lockt hier. Also sitze am Rand des Sees und warte bewegungslos, ob der Shy Fountain von Simon Faithful sich nicht doch zeigt. Als ephemeres, also kurzfristiges oder temporäres Werk angekündigt, zeigt sich der Springbrunnen im See angeblich nur wenn kein Betrachter anwesend ist.

Slavs und Tatars, im Hintergrund zeigt sich Shy Fountain

Im Hintergrund ein leises Brummen, es klingt nach religiösen Melodien, die sich nicht ganz in den Vordergrund zu treten trauen. Denn weiter oben, am Amphitheater des schönen Parks und etwas weiter vom Ufer entfernt, hat die Künstlergruppe Slavs and Tatars im Boden zwei große Lautsprecher eingelassen. Ihr Sound wiederum trifft auf klassische Klänge aus dem Haus am Waldsee selbst. Im Grünen zu sitzen und diesen verschiedenen Sounds zu lauschen hat an diesem strahlend sonnigen Tag etwas sehr Angenehmes und entspannt zugleich ungemein. Dennoch zieht es mich in die Ausstellungsräume, und sei es nur um die Quelle der klassischen Musik zu entdecken. Der Wintergarten im Erdgeschoß ist einer der schönsten Räume, von Licht durchflutet und entsprechend hell. Doch die Klänge kommen von oben, breiten sich über die offenen Fenster in den angrenzenden Garten aus. Sie stammen von einem Video, das das Gesicht einer sehr konzentriert wirkenden Frau zeigt. Es ist nicht erkennbar, womit sie sich beschäftigt. Doch das Werk stammt von Anri Sala, es wirkt wie das Making Of seines anderen Videos im Ethnologischen Museum. Doch hier stellt sich nicht die gleiche, faszinierende Wirkung ein, dazu werden zu viele Exponate in einem einzigen Raum gemeinsam präsentiert. Das Haus am Waldsee wirkt besonders in seinem Park, wo auch der Cube von Aisslinger noch immer an der gleichen Stelle steht und am Eingang die organische Plastik Outspan von Tony Cragg die Besucher begrüßt. Und diese inszenierte Ruhe ist nicht nur im Rahmen der Biennale immer einen Besuch wert.   Empfehlen Sie Berlin Kicks weiter:

Biennale im Haus am Waldsee
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