Gestern begann das Festival Improvisation Xchange mit einer Doppelvorstellung im Dock 11 in der Kastanienallee. Bei beiden Aufführungen stand das Zusammenspiel zwischen Tanz und Musik im Mittelpunkt, mit jeweils sehr unterschiedlichen Ansätzen.

Das erste Stück, ein Duett mit der kubanischen Tänzerin und Choreographin Judith Sánchez Ruíz und der Sopranistin Atalyá Tirosh, begann unspektakulär inmitten der Zuschauer. Beide bewegten sich in synchronen Bewegungen langsam auf die Bühne zu, zunächst nicht einmal von allen bemerkt. Hohe Laute, erst zaghaft, dann voller Inbrunst von Atalyá Tirosh hervorgebracht, fanden dann doch die Aufmerksamkeit des gesamten Publikums. Die Kommunikation zwischen den beiden Performern war zwar nicht immer perfekt, hatte aber einige magische Momente. Besonders als das intensive Atmen der Tänzerin bei beinahe akrobatischen Bewegungsabläufen auf die Vokalartistik in allen Tonlagen der Sängerin traf. Improvisation total, ein direktes und ungefiltertes aufeinander Reagieren beherrschte das Stück.

Ganz anders, wesentlich inszenierter das darauf folgende Stück des ebenfalls ausschließlich weiblichen Quartetts der Tänzerinnen Manuela Tessi und Mata Sakka, Rieko Okuda am E-Piano und der Flötistin Friederike Motzkau. Alle vier ganz in weiß gekleidet, stellte sich allein daraus ableitend bereits das Gefühl für eine gewisse Inszenierung ein. Elemente von Eifersucht und Konkurrenz zwischen den Tänzerinnen beherrschten das Stück, das auch komische Momente hatte. Etwa als die Pianistin auf dem Rücken von Mata Sakka saß und beim Spielen wegen der Bewegung der Tänzerin langsam den Kontakt zu ihrem Instrument verlor. Die ganze klangliche Bandbreite, von kaum hörbaren hohen Tönen mit entsprechenden zarten, fast unsicheren Bewegungen der beiden Tänzerinnen bis hin zu vollem, bewegenden Rhythmus mit synchronen dynamischen Bewegungsabläufen waren ein gut gesetzter Kontrapunkt zum ersten, wesentlich mehr der Improvisation verpflichteten Stück.

Ein besonderer Fokus des Festivals liegt in diesem Jahr auf der Zusammenarbeit von Tänzern und Musikern auf der Bühne. Nach dem ersten Abend bereits sind die Erwartungen hochgeschraubt, die Bandbreite der Möglichkeiten bereits angedeutet. Noch bis zum 9. August ist das sehr vielseitige und internationale Programm zu sehen. Begleitet wird es von Workshops und einem offenen Forum für darstellende Künstler verschiedener Sparten und Kulturen, was die weitere internationale Vernetzung begünstigt. Performing Presence ist das verbindende Motiv, was bereits in den beiden vorangegangen Jahren erfolgreich in Szene gesetzt wurde.

Das ausführliche Festival Programm findet sich bei berlinartsunited.

Weitere Vorstellungen finden im Dock 11 noch am 29. bis 31. Juli sowie am 01. August und vom 04. bis 09. August statt, jeweils um 20:00 Uhr.

DOCK 11
Kastanienallee 79
10435 Berlin

Tickets zwischen 10 bis 15 Euro
Reservierungen:
ticket@dock11-berlin.de
030 35120312

 

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Improvisation Xchange
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