Zweimal die Woche, immer Mittwochs und Samstags, rollt die Kugel in Deutschland. Live im TV wird 6 aus 49 gespielt, das traditionelle Lotto als nach wie vor beliebtestes Glückspiel. Dabei gewinnt garantiert immer der Staat, denn er besitzt das Lotteriemonopol.

Seit im 15. Jahrhundert in Genua Lotto als Mittel zur Geldbeschaffung entdeckt wurde, boomt das Spiel. Ursprünglich diente das Los dazu, um jährlich die Ratsmitglieder neu zu bestimmen. Die Genueser schrieben zu diesem Zweck neunzig Namen auf Zettel und zogen verdeckt fünf aus diesen neunzig. Aus der Bestimmung des Stadtrates entwickelte sich ein reger Wettbetrieb, aus dem sich später das Lotto entwickelte, in dem die Namen durch Zahlen ersetzt wurden, das erste „5 aus 90“.

Heute werden selbstverständlich nicht alle Einnahmen ausgeschüttet. Doch überträgt die Deutsche Klassenlotterie Berlin einen Teil des Gewinnes, eine gesetzlich geregelte Zweckabgabe, an Ihre Stiftung.

Diese Stiftung soll „soziale, karitative, dem Umweltschutz dienliche, kulturelle, staatsbürgerliche, jugendfördernde und sportliche Vorhaben“ unterstützen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1975 hat die Stiftung rund 4.800 Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von über 2,3 Milliarden Euro in Berlin gefördert. Es ist also möglich, auch kulturelle Vorhaben über Mittel der Lottostiftung teilweise zu finanzieren. Denn niemals wird ein Projekt vollständig finanziert.

Daher gehen jedes Jahr über 250 Anträge auf Gewährung einer Zuwendung aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin bei der Stiftung ein. Um eine Förderung zu erhalten, muss ein schriftlicher Antrag gestellt werden. Dieser sollte bereits sechs bis neun Monate vor Projektbeginn bei der Stiftung vorliegen. Wichtig ist auch die „Dringlichkeit“ eines Projektes, das zudem noch nicht begonnen haben sollte. Grundsätzlich gilt deshalb, dass immer sehr viel Zeit einzuplanen ist, wenn diese Unterstützung beantragt wird.

Hier kann man das Antragsformular herunterladen.

Um nicht von Anträgen überschwemmt zu werden, stellt die Stiftung folgende zielführende Fragen:

1. Planen Sie ein soziales, karitatives, kulturelles, staatsbürgerliches oder dem Umweltschutz dienliches Projekt?
2. Ist der Antragsteller eine Berliner Einrichtung oder soll das geplante Projekt in Berlin durchgeführt werden und ist es im Interesse Berlins?
3. Ist der Antragsteller eine juristische Person?
Ausnahme: Im kulturellen Bereich sind natürliche Personen auch antragsberechtigt, sofern die geförderte Maßnahme der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.
4. Ist das Projekt zukunftsorientiert und wurde mit der Maßnahme noch nicht begonnen?
5. Handelt es sich um ein gemeinnütziges Projekt?

Die eingegangenen Anträge werden anschließend im Rahmen der fachlichen Zuständigkeit durch die jeweils verantwortliche Senatsfachverwaltung auf „Förderungswürdigkeit und Angemessenheit der geplanten Maßnahmen“ begutachtet. Abschließend werden die Anträge – unter Einbeziehung der gutachtlichen Stellungnahmen – dem Stiftungsrat der Lottostiftung Berlin zur Entscheidung vorgelegt, dem im Augenblick der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit vorsitzt.

Wie dann eine Entscheidung zustande kommt, ist allerdings vollkommen intransparent, denn das Gremium begründet seine Entscheidungen nicht. Der Stiftungsrat ist „in seiner Entscheidungsfindung weitestgehend frei“, und es liege „in seinem Ermessen, die zur Verfügung stehenden Mittel zu verteilen“, und zwar auch gegen die Voten der Fachleute, erklärte die Stiftung dem Rechnungshof Berlin. Es hilft also in jedem Fall, im Gremium sitzende Politiker, die den Antrag unterstützen, auf seiner Seite zu haben. Aber das ist immer noch besser als zur Finanzierung eines Vorhabens selbst Lotto zu spielen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit ist einfach zu gering.

 

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