Die zweite Woche in diesem Jahr ist bereits vorbei. Das geht so schnell, so fix, ich merke kaum wie die Zeit vergeht. Schon zwischen den Jahren, in dieser magischen, toten Zeit von Weihnachten bis Silvester, war alles voller Intensität. Ruhe, Musik, Entspannung. Es war warm, zumindest wärmer als man es zu dieser Zeit in diesen Breiten erwarten kann. Und ich war dankbar für den Klimawandel, der gerne schneller und konstanter vonstatten gehen darf. Niemand hat etwas dagegen, bei 15 Grad und Sonne nach Weihnachten draussen seinen Espresso zu trinken. Denn dies ist angenehm, so sollte es immer sein. Und es gab auch gute Ausstellungen zwischen den Jahren, gelungene Parties und ausufernde Geburtstagsfeiern. Alles perfekt also. Das neue Jahr konnte kommen!

Dann, zum neuen Jahr, nach dem Champagner, den Raketen und den Böllern: Der obligatorische kleine Kater oder die grosse Katze, je nachdem wieviel man so rumgesumpft hatte. Alles wie immer also. Unterbrochen von langen Spaziergängen, schweisstreibenden Joggingrunden und dehnenden Yogasessions. Diese guten Vorsätze immer! Es ist eben der einzige mögliche Zeitpunkt dafür. 2013! Eine magische Zahl, eine Primzahl, nicht wirklich attraktiv. Und sie zeigt ein Datum an, dass ich niemals erleben wollte. Denn niemals hätte ich erwartet überhaupt so alt zu werden. Doch jetzt bin ich es, unveränderbar, stetig, und muss irgendwie damit umgehen.

Das Grau dieser Tage, dieses Jahres hilft dabei nicht wirklich. Es gab nur einen einzigen Morgen bisher in diesem neuen Jahr, bei dem das Blau des Himmels zu erahnen war. Keine Farbe, keine Sonne, keine Wärme. Nur hellgrau, weissgrau, dunkelgrau, alle Schattierungen von Grau. Wie halten dies nur die vielen italienischen, spanischen und alle anderen Menschen, die aus dem Süden nach Berlin gekommenen sind, überhaupt aus? Wenn es schon für mich, einen Eingeborenen dieser Breiten, fast nicht zum Aushalten ist? Wo nehmen wir alle die Energie her, um morgens aufzustehen, unsere Pläne zu verwirklichen, und vielleicht sogar voranzukommen? Ich verstehe es nicht, doch es geht. Es muss gehen. Es gibt also wirklich noch Zeichen und Wunder, selbst in diesem kalten Einheitsgrau, nur unterbrochen von Schnee und Regen.

 

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Shades of Grey | Zeichen und Wunder
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